Zu den Plänen der Schufa, zukünftig Daten von UserInnen sozialer Netzwerke auszukundschaften, erklärt Julia Range, Bundessprecherin der Linksjugend [`solid]: „Dass Facebook keine Oase des Datenschutzes ist, ist ja schon länger bekannt. Dass die Schufa zukünftig über Facebook und andere Netzwerke umfassende Daten zur Bonität von Menschen und ihrem Umfeld sammeln möchte, zeigt einmal mehr, dass das wirtschaftliche Profitinteresse über jeder informationellen Selbstbestimmung steht. Machte die Schufa ihre Pläne wahr, wäre dies ein weiterer unerträglicher Einschnitt in unsere Privatsphäre“.Die Auskunftsfirma Schufa hatte bekannt gegeben, gemeinsam mit dem Hasso-Plattner-Institut für Softwaresystemtechnik der Universität Potsdam ein Forschungsprojekt zur Prüfung der Möglichkeiten der Datengewinnung zur Kreditwürdigkeit über das Internet durchzuführen. Die Pläne umfassen insbesondere auch die Erfassung von Daten über die Freunde, die eine Person in sozialen Netzwerken hat, analog zur Wohnumfeldanalyse, die die Schufa bereits heute praktiziert.

„Abgesehen davon, dass das Vorgehen der Schufa höchst intransparent ist, kann bezweifelt werden, dass das systematische Ausforschen von Facebook und Co. vor dem Bundesverfassungsgericht Bestand hätte“, so Range weiter. „Es darf nicht sein, dass unsere Facebook-FreundInnen für die Bewilligung eines Kredites oder eines Arbeitsplatz entscheidend sind. Insofern fordert Linksjugend [`solid] die Schufa auf, umgehend von ihren Vorhaben Abstand zu nehmen und ihre Praxis offenzulegen. Von der Bundesregierung verlangen wir ein klares Verbot systematischer kommerzieller Datensammlung über soziale Netzwerke. Es muss Schluss sein damit, dass wir die vermeintlich kostenlose Mitgliedschaft bei Facebook und Co. mit der Preisgabe höchst sensibler und privater Daten für wirtschaftliche Zwecke bezahlen. Unsere Daten gehören uns!“

P.S.: Mittlerweile hat das Hasso-Plattner-Indtitut die Zusammenarbeit mit der Schufa aufgekündigt!

Eure Linksjugend RLP

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