Timeline wird zur Pflicht-> Social-Media-Profil wird zur Lebenschronik

Wie kürzlich bekannt wurde, macht die weltweite Einführung einer neuen Ansicht fürs Facebook-Profil auch in Deutschland nicht Stopp. Die „Zeitleiste“ ermöglicht es, sich mit wenigen Klicks zu jahrealten Eintragungen, Uploads oder Kommentaren eines Nutzers vorzuarbeiten. Ab Anfang Februar hat jeder Facebook-User ein Zeitfenster von 7 Tagen um sein Profil „Timeline“-gerecht umzugestalten, bevor die automatische Freischaltung erfolgt. Vorteil dieser Neuerung, in dem aus datenschutzrechtlich sowieso kritisch zu sehenden Social Network, ist laut Angabe des US Unternehmen: „Mit der Chronik können Facebook-Nutzer individueller als bisher zeigen, wer sie sind“.

Aha, vielen Dank! Also noch ein Schritt weiter über den Rand des Abhangs, der uns zum komplett gläsernen Bürger macht.

Jegliche Kritik, mit der sich das Unternehmen zur Zeit weltweit auseinander setzen muss, wird mit dem Standard-Kommentar abgeblockt: „Es wird von dem User selber bestimmt, was in seinem Profil zu sehen ist oder nicht.“ Ganz ehrlich? Dieser Satz gehört mittlerweile wohl in jede Satiresendung, allerdings hat er mit einer sachlichen Auseinandersetzung mit dem Thema nichts zu tun. 

Das Problem beginnt damit, dass Facebook mittlerweile sowie von der 6-jährigen Grundschülerin, über den 36-jährigen Geschäftsmann bis hin zur 76-jährigen Rentnerin quer durch die „Bevölkerungsschichten“ genutzt wird. Wer sich mal mit der Timeline beschäftigt hat, wird festgestellt haben, dass es für eine Person die nicht zur „Generation Internet2 gehört gar nicht so einfach ist, das Profil „Timeline“-gerecht umzugestalten. Abgesehen vom nötigen Know-How was sich als Problem darstellt, wird der Nutzer gezwungen sich mit Dingen auseinander zu setzen, welche schon lange in Vergessenheit (bzw. auf die Server von Facebook) geraten waren. Bisher gingen die Daten irgendwann ins Nirvana und waren für Freunde/innen nicht mehr wirklich auffindbar bzw. interessant. Jetzt wird sehr viel präsent gemacht, was man vergessen hat oder von dem man einfach nicht will, dass erst kürzlich hinzugefügte Personen (wie z.B. der/die neue Partner/in, der/die neue Arbeitskolleg/in usw.) es finden bzw. erfahren.

Nach wie vor weigert sich der Konzern beharrlich(!!!), einen speziellen Bereich für zumindest Kinder und Jugendliche einzurichten, in dem deutlich rigidere Privatsphäreeinstellungen und die endgültige Löschung eigener Daten möglich sein müsste.

Daher  forder die Linksjugend Rheinland-Pfalz:

…ein klares NEIN zum Facebook Timeline-Zwang.
…die Möglichkeit der endgültigen Löschung eigener Daten.
…keine in Schriftgröße 4 geschriebenen Knebel-AGB´s, sondern eine klare Aufklärung was mit meinen Daten passiert.

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