Gestern waren wir auf der Streikdemo in Frankfurt, die durch die IG Metall und die Beschäftigten von Neue Halberg Guss aus Saarbrücken und Leipzig organisiert wird. In dem Streik geht es um die komplette Schließung des Saarbrücker Standortes und die Streichung von 700 Stellen in Leipzig. Der Streik befindet sich in der vierten Woche und es ist nun zu Verhandlungen zwischen den Arbeiter*innen und der Firmenführung gekommen, weshalb gestern über 500 Menschen nach Frankfurt kamen um an der Demo teilzunehmen.

Die Demo begann gegen 9:45 Uhr auf dem Bahnhofsvorplatz in Frankfurt mit einigen Redebeiträgen. Hier wurden einige kämpferische Slogans wie „Brecht die Macht der Banken und Konzerne“ oder „Wer sind wir? – Halberger! – Was machen wir? – Streiken!“ gerufen. Außerdem sprachen Arbeiter*innen aus Leipzig und Saarbrücken zur Lage an der Streikfront. Es wurde dabei betont, dass es aktuell einige Kräfte in Deutschland gibt, die ein Problem mit Migrant*innen in den Mittelpunkt stellen, man aber bei diesem Streik sieht, dass die Grenzen nicht zwischen hier und dort verlaufen, sondern zwischen oben und unten. Die Belegschaft soll sich also nicht spalten lassen und gemeinsam kämpfen.

Danach brachte sich die Demo in Stellung und ging in Richtung Verhandlungsort in der Nähe der alten Oper. Auf dem Weg wurde viel Krach gemacht, unter anderem mit alten Feuerwehrsirenen, um auf uns aufmerksam zu machen. Immer wieder wurde gerufen: „Wir sind hier, wir sind laut, weil man uns die Arbeit/Zukunft klaut“, sowie die Sprüche, welche schon oben erwähnt wurden. Unterwegs bekam die Demo auch Zuspruch von Bauarbeiter*innen, welche entlang der Route arbeiteten. Auf den mitgebrachten Transparenten konnte man Slogans wie „Wenn Unrecht zu Recht wird, wird Widerstand zur Pflicht“ und „Hastor la vista, ihr Zocker“ lesen, was sich auf die Investorenfirma bezieht, die das Werk im letzten Jahr aufgekauft hat.
Angekommen an dem Verhandlungsort, einem luxuriösen Hochhaus, wurden weitere Reden von IG Metall-Mitgliedern und von Janine Wissler (DIE LINKE Hessen) gehalten. Immer wieder wurde in den Reden betont, dass der Streik nur zusammen und kämpferisch geführt werden konnte und dass der Kampf in Leipzig und Saarbrücken oder sonst wo, niemals gegen migrantische Kolleg*innen geführt werden darf, wie es die Rechten fordern, sondern nur zusammen gegen die mit der Kohle! Auch wurde die kapitalistische Profitlogik angegriffen und gefordert sich den Zwängen des Kapitals nicht zu unterwerfen, was großen Beifall nach sich zog.

Insgesamt war die Demo sehr kämpferisch und solidarisch, also wie eine Streikdemo sein sollte. Wir sind gespannt, was bei den Verhandlungen herauskommt und bleiben solidarisch mit allen Streikenden.
Unsere stärkste Waffe ist die Solidarität!

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