In ganz Deutschland werden immer mehr autonome, Jugend-und Kultur-Zentren geräumt und Opfer von großen Bauprojekten. Davon ist zur Zeit nicht nur das AZ Köln betroffen, sondern auch das Haus Mainusch auf dem Mainzer Campus. Doch das Fehlen jeglicher sozialer Freiräumen wäre für viele Menschen fatal. Besonders für Jugendliche macht die städtische Politik wenig. Was wir wollen ist kein „positives Stadtbild“ im Sinne teurer Monumente, sondern genügend Orte, an denen sich jede*r frei entfalten und seinen*ihren Interessen nachgehen kann. Das Haus Mainusch stellt einen solchen Ort dar. Es gibt dort regelmäßig Küfa (Küche für alle), Vorträge und Lesekreise und natürlich auch Partys mit prominenten Künstler*innen. Das alles könnte jedoch bald verloren gehen, wenn die Duldung ausläuft, denn das Mainusch soll ebenfalls einem Bauprojekt der Universität weichen. Ab dem 30. November ist das Mainusch und seine Unterstützer*innen täglich von der Räumung bedroht und eine passende Alternative bietet die Universität nicht an. Angesichts dessen rufen wir dazu auf, das Mainusch mit allen Mitteln zu unterstützen und es denen, die es loswerden wollen, zumindest nicht all zu leicht zu machen. Wir richten uns aber nicht nur gegen die Schließung des Mainusch, sondern auch gegen andere Maßnahmen in Rheinland-Pfalz, die Jugendlichen ihre Freiräume nehmen. Die Gentrifizierung trägt nicht unmaßgeblich dazu bei. Die linksjugend [’solid] RLP stellt sich gegen jegliche Bauprojekte und Investitionen die zur Mieterhöhung und Verdrängung führen. Was bundesweit gebraucht wird, ist eine Politik des sozialen Wohnungsbaus. Dazu sollte nicht nur mehr bezahlbarer Wohnbau gebaut werden, sondern auch Leerstand der zu Spekulationszwecken gebraucht wird entschädigungslos enteignet werden. Besitzer leer stehender Wohnungen, die nicht gewillt sind zu renovieren, müssen enteignet oder zur Vermietung gezwungen werden. Und bei sozialen Wohnbauprojekten muss es endlich Verträge geben, die verhindern, dass die Wohnungen nach 25 Jahren doch privatisiert werden. Außerdem sollte den durch die Gentrifizierung stetig steigenden Mietpreisen, durch eine funktionierende Mietpreisbremse Einhalt geboten werden. Wohnraum muss für alle bezahlbar sein!

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