Seit dem 14.06.2018 Streiken in beiden Werken insgesamt 1250 Beschäftigte. Es geht um 750 Arbeitsplätze in Leipzig, da das Werk Ende 2019 geschlossen werden soll, sowie der Abbau von 300 Stellen in Saarbrücken. Die beiden Werke gehören seit Januar zum Unternehmen „Prevent” der Familie Hastor. Die Investorenfamilie hat in den vergangenen Jahren eine Reihe von Autozulieferfirmen aufgekauft. Seit 2016 sorgt ihr Geschäftsgebaren für Schlagzeilen: Mit Lieferboykotts setzt sie ihre Kunden, vor allem VW, unter Druck, um immense Preiserhöhungen durchzudrücken und schöpft die Gewinne dann ab. Übrig bleiben Betriebe, die nicht mehr lebensfähig sind. Die enorme Überproduktion bei Autos sorgt seit der Krise für immer mehr Probleme. Der europäische Automarkt ist seit 2007 um rund ein Viertel geschrumpft, die Produktion geht nach der kapitalistischen Profitlogik aber weiter. Die Folge sind unter anderem enormen Autofriedhöfen in Europa. Hinzu kommt die Ausbeutung von Ressourcen und den Beschäftigten, welche für die Profite der Unternehmen zugrunde gehen. Wir vergessen nicht die enormen Umweltschäden durch die (Über)-Produktion von Autos und deren Folgen für Mensch und Umwelt. Die soziale Frage ist nicht von der Umweltfrage zu trennen!
Die Streikenden haben schon bewiesen, dass sie nicht der Spielball der Firma sind. Durch eine Schließung des Leipziger Werkes würden nicht nur die Beschäftigten in die Armut gedrängt werden, sondern ganze Familien. Kämpft weiter und holt euch eure Jobs von den kapitalistischen Investoren, die nur an Profit denken, zurück. Wir fordern eine 30 Stunden Woche bei vollem Lohn- und Personalausgleich zur Entlastung von Mensch und Umwelt. Durch den Ausbau eines ticketlosen ÖPNV könnte man die Produktion von Autos stark reduzieren, wobei die Beschäftigten die Produktion auf Züge und dementsprechende Motoren umstellen könnten. Die betriebe sollten dafür unter demokratische Kontrolle und Verwaltung durch die Arbeiter*innen gestellt werden, und nicht weiterhin durch die Willkür von profitorientierten Investoren bestimmt werden.

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