Gestern kam es in Katalonien zu Streiks, Blockaden und Massendemonstration. Grund dafür war eine Kabinettssitzung der spanischen Zentralregierung in Barcelona. Dies empfanden viele Katalan*innen als ungeheure Provokation, besonders weil gestern der Jahrestag der Regionalwahlen war. Diese wurden nach dem Unabhängigkeitsreferendum, welches mit brutaler Polizeigewalt verhindert wurde, von der Zentralregierung angeordnet. Beschützt wurden die Minister der Zentralregierung durch 9.000 Polizist*innen der Guardia Civil. Versuche von Demonstrant*innen näher an den Tagungsort zu gelangen wurden immer wieder mit massiver Gewalt seitens der Polizei verhindert.
An einigen Orten solidarisierten sich Feuerwehrleute mit den Protesten und stellten sich vor die Demonstrant*innen, wodurch ein stärkeres Eingreifen der Polizei verhindert werden konnte. Ähnlich wie bei den Protesten in Frankreich wurden auch gestern in Katalonien viele Straßen sowie zwei Autobahnen von Protestierenden blockiert. Des Weiteren rief die Intersindical-CSC zum Generalstreik in Katalonien auf, wie viele sich an diesen beteiligten ist allerdings unklar.
Als sozialistischer Jugendverband solidarisieren wir uns mit der Unabhängigkeitsbewegung in Katalonien. Wir warnen aber auch davor, die Forderung nach einem unabhängigen Katalonien von der sozialen Frage loszulösen. Ein freies Katalonien kann nur ein sozialistisches sein. Denn in einer Gesellschaft in der nur die Interessen der Konzerne und Reichen vertreten werden, ist keine echte Selbstbestimmung möglich. Auch denken wir, dass viele, der erst vor ein paar Jahren zugezogenen, migrantischen Arbeiter*innen mehr in die Kämpfe hineingebunden werden müssten.
Für ein freies Katalonien! Für den Sozialismus!

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