Seit dem frühen Morgen des 15. Juli 2019 streiken erneut Angestellte des Online-Giganten amazon. Gestreikt wird an sieben Standorten in Deutschland, darunter auch im rheinland-pfälzischen Koblenz. Grund für die Arbeitsniederlegung ist der „Prime Day“, an welchem das Unternehmen mit massiven Rabatten seine Gewinne ankurbeln will. Für die Angestellten bedeutet dies extra viel Arbeit und Stress. Von den Profiten sehen sie aber nichts.
Seit langem weigert sich amazon einen Tarifvertrag mit der Gewerkschaft ver.di abzuschließen. Für diesen wird seit einigen Jahren immer wieder gestreikt. Die Angestellten kämpfen für höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen.

Arbeitsbedingungen

Die Arbeitsbedingungen von amazon sind brutal und zehren an der Gesundheit der Beschäftigten. Rund 20 km laufen sie am Tag und kümmern sich um 2.000 Pakete in der Stunde. Dabei werden sie permanent scharf überwacht. Wer zu langsam arbeitet hat Konsequenzen vom Management zu erwarten. Schikanen und Respektlosigkeiten durch Führungskräfte sind dabei an der Tagesordnung. Richtige Prämien für gute Leistungen gibt es nicht, stattdessen werden Teams mit einem kleinen Bonus von 70-150€ honoriert, wenn deren Mitarbeiter*innen möglichst wenig krank sind. So wird Konkurrenz und Missgunst unter den Kolleg*innen geschürt. Dazu kommen unsichere Arbeitsverhältnisse 70-80% der Angestellten haben keine unbefristeten Arbeitsverträge.

Ein Tarifvertrag muss her! Geld ist genug da!

Amazon orientiert sich an den Löhnen im Logistiksektor, anstatt an denen im Einzel- und Versandhandel. Gegen einen fairen Tarifvertrag mit existenzsichernden Löhnen, festgelegtem Urlaubs- und Weihnachtsgeld, festen Übernahmen und guten Arbeitsbedingungen wehrt sich amazon vehement und ist damit Lohndrücker in der gesamten Versandhandelsbranche. Dabei hat das Unternehmen bereits im ersten Quartal 2019 weltweit Profite von 3,2 Milliarden Euro eingefahren. Geld wäre also genug da, um die Angestellten nach dem Tarifvertrag im Einzel- und Versandhandel zu bezahlen. Dies wird amazon aber nur dann tun, wenn genügend Druck von den Angestellten und den Kund*innen aufgebaut wird. Statt alle paar Monate einen Warnstreik abzuhalten, sollte es einen unbefristeten Streik geben, welcher sich nicht nur auf Deutschland beschränkt. Internationale Konzerne schlagen wir nur mit unserer internationalen Solidarität und einem gemeinsamen Kampf an allen Standorten. Ver.di müsste deutlich kämpferischer auftreten, anstatt durch Kleinaktionen die Angestellten zu verbrennen und zu demoralisieren. Außerdem braucht es an allen Standorten Betriebsversammlungen, bei denen sich die Angestellten vernetzen und über ihre Forderungen diskutieren können. Während den Streiks sollte man nicht bei amazon einkaufen, um die Forderungen der Streikenden zu unterstützen. Wir müssen das Unternehmen dort treffen, wo es ihm weh tut: Bei seinen Profiten!

linksjugend [‘solid] Rheinland-Pfalz fordert

➡Unterstützt ver.di und die Arbeitskämpfe der Angestellten!
➡Für die Anerkennung des Tarifvertrags im Einzel- und Versandhandel
➡Mindestlohn von 13€. Für alle, ohne Ausnahmen!
➡Schluss mit unbefristeten Verträgen und Zeitarbeit!
➡Keine Schikane und Erniedrigungen durch Manager und Führungskräfte!
➡Schluss mit totaler Überwachung am Arbeitsplatz!
➡Make amazon pay! Keine Steuerflucht mehr von Großunternehmen!
➡Amazon enteignen unter demokratischer Kontrolle durch die Arbeiter*innen!

#Amazon #PrimeDayAmazon #Streik #verdi #linksjugend

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