Bei Riva/H.E.S. in Trier und Horath wird gestreikt. Die Kolleginnen traten in Streik, um endlich einen Tarifvertrag zu erkämpfen. Jetzt stehen sie schon 12 Wochen vor dem Werkstor. Dabei sind jetzt schon zwei Dinge besonders: es handelt sich zum einen um den ersten Streik in den Werken und zum anderen, um den längsten Streik in der Geschichte in Rheinland-Pfalz. Mit einem Abschluss eines Tarifvertrags würden die Kolleginnen 20 – 30% mehr verdienen. Für viele macht das einen riesigen Unterschied aus. So erzählt ein Arbeiter, dass er sich gerade nicht einmal die Pflege für seine kranke Frau leisten kann. Dem Boss von Riva/H.E.S. ist dies aber egal. Gerade finden keine weiteren Gespräche mehr statt. Der Grund dafür? Der Chef von Riva/H.E.S. befindet sich im Urlaub!

Wir wissen das Streiks Kraft raubend sein können, insbesondere, wenn sie sich in die Länge ziehen und eine schnelle Einigung nicht in Sicht ist. Schnell können Zweifel und Ängste aufkommen, dass man vielleicht doch keine Verbesserungen erkämpfen wird oder sogar am Ende seinen Job ganz verlieren wird. Daher wollen wir von der linksjugend [’solid] Rheinland-Pfalz sicherstellen, dass wir an eurer Seite stehen und euch im Kampf unterstützen. Wir werden, wo es uns möglich ist, auf euren Streik aufmerksam machen und Solidarität organisieren.

Als Sozialistinnen sind wir überzeugt, dass so lange einige Wenige die Betriebe und Fabriken besitzen, die Mehrheit immer zu kurz kommen wird. Eine andere Art der Produktion ist möglich und notwendig. Statt Profite für die Chefs zu generieren, sollten alle Arbeiterinnen, für ihre Arbeit ausreichend bezahlt werden und die Produktion dem Wohl und dem Fortschritt der Gesellschaft dienen. Die Schlüsselindustrie muss verstaatlicht werden, unter demokratischer Kontrolle und Verwaltung durch die Arbeiter*innen, die Gewerkschaften und die Bevölkerung. Außerdem muss die Produktion aller wichtigen Güter demokratisch geplant werden und nicht durch Einzelne bestimmt werden, die nur auf ihre Profite aus sind.
Doch um diese notwendigen Veränderungen zu erreichen, müssen wir gemeinsam kämpfen, unabhängig von unserem Betrieb oder unserem Beruf, denn Privatisierungen, Lohnsenkungen, Entlassungen und Arbeitslosigkeit sind gesellschaftlich bedingt und fester Bestandteil des Kapitalismus.
Wir denken, dass es daher wichtig ist, offen über den Streik zu informieren, z.B. in Form von Flugblattaktionen, Demonstrationen und Infoveranstaltungen. Dies wäre auch die Aufgabe des DGBs bzw. seiner Mitgliedsgewerkschaften. Dort sehen wir allerdings noch Verbesserungsbedarf.

Die linksjugend [’solid Rheinland-Pfalz fordert:

  • Tarifvertrag für Riva/H.E.S. in Trier und Horath sowie in allen anderen Betrieben und Branchen
    -Deutliche Anhebung der Reallöhne
  • 13 Euro Mindestlohn für Alle – ohne Ausnahmen!
  • eine Mindestausbildungsvergütung von 1400 Euro brutto für alle Azubis, durch Umlagefinanzierung. Betriebe, welche nicht ausbilden, sollen eine nach Gewinn gestaffelte Abgabe zahlen.
    -Arbeitszeitverkürzung auf 30 Stunden bei vollem Lohn- und Personalausgleich
  • Verstaatlichung der 150 größten Banken und Konzerne unter demokratischer Kontrolle und Verwaltung der Arbeiter*innen, der Gewerkschaften und der Bevölkerung
  • Demokratisch geplante Wirtschaft statt Diktatur des Marktes. Für eine Produktion im Interesse der Menschen und der Natur

Wir rufen dazu auf, sich solidarisch mit dem Streik bei Riva/H.E.S. in Trier und Horath zu zeigen und wünschen den Kolleg*innen auch weiterhin viel Kraft! Gemeinsam sind wir stark!

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