Seit den Äußerungen über Kollektivierungen von Unternehmen und einer Kritik an der Marktwirtschaft durch den Juso-Chef Kevin Kühnert ist in Deutschland die größte Sozialismusdebatte seit Jahren aufgekommen. Dies ist eine großartige Entwicklung, denn der Kapitalismus zeigt alltäglich, wie er es nicht schafft, die Bedürfnisse der arbeitenden Menschen zu erfüllen und lediglich die Taschen einer kleinen, reichen Minderheit weiter füllt.
Diese reiche Minderheit ist über Kühnerts Äußerungen natürlich genauso empört, wie die prokapitalistischen Parteien von CDU, FDP, Grünen und Kühnerts eigener Partei, der SPD. So auch am Mittwoch von der Erbin des Bahlsen-Konzerns Verena Bahlsen. „Ich bin Kapitalistin. Mir gehört ein Viertel von Bahlsen, das ist toll. Ich will mir ’ne Segel-Yacht kaufen und solche Sachen.“
Und wer sind es, die für die Segel-Yacht der 25-Jährigen arbeitet? Das sind die tausenden von Arbeiter*innen bei Bahlsen und ihrem eigenen Lebensmittel-Konzern Hermann’s, welche tagtäglich über acht Stunden arbeiten, damit eine Millionen-Erbin sich eine Yacht kaufen kann.
Dabei gibt sich die Bahlsen-Tochter als modern und zukunftsweisend. Sie wolle nach eigenen Aussagen eine Wirtschaft, die die Gesellschaft nach vorne bringt. Lebensmittelproduktion solle nachhaltig und gesund sein. Doch dabei stoßen auch ihre eigenen Mitarbeiter*innen auf Probleme, die ihre Ideen für eben diese Produktion zurückhalten. Die Profitorientierung.
Denn im Kapitalismus müssen Unternehmen nun einmal zwangsweise profitorientiert arbeiten, um nicht im Konkurrenzkampf unterzugehen. Dies wird sie auch noch früh genug begreifen und ihren Idealismus sicherlich schnell verlieren.
Eine solche Wirtschaft, in der sich die Produktion nicht nach den Bedürfnissen der Menschen richtet, sondern nach der Maximierung des Profits für eine reiche Klasse, welche eben diese Produktion kontrolliert, ist niemals im Interesse der Mehrheit der Bevölkerung. Es ist Zeit, eine Alternative zu diesem System zu erkämpfen. Eine sozialistische Gesellschaft, in der sich die Konzerne im Gemeineigentum befinden und die Wirtschaft demokratisch geplant wird, nach ökologischen Aspekten und den Bedürfnissen der Menschen.
Eine solche Gesellschaft ist natürlich nicht im Interesse von Frau Bahlsen und ihren Luxusträumen. Deswegen müssen wir uns organisieren und für eine sozialistische Zukunft kämpfen. Wir wollen nicht nur Bio-Kekse, wir wollen die ganze Bäckerei!



Zum Artikel im Handelsbblatt.

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