Am vergangenen Wochenende sind die Nazis um die Kameradschaft Rheinhessen in Ingelheim aufmarschiert. Nun ist bekannt geworden, dass sie dieses Wochenende erneut ihr Glück in der Rotweinstadt probieren wollen. Wie die Verwaltung bestätigt, ist für den 22. August in Ingelheim eine weitere Kundgebung der Nazis angemeldet. Dazu gibt es nun einen Gegendemo, die um 14 Uhr auf dem Sebastian Münster Platz stattfinden wird.

Die Kundgebung der Nazis kann als klare Provokation aufgefasst werden. Das Datum ist wieder einmal nicht zufällig gewählt. Am gleichen Tag wurden schon länger zahlreiche Kundgebungen in vielen Städten im Gedenken an den vor 6 Monaten begangenen Anschlag in Hanau angemeldet. Die Nazis sind wohl davon ausgegangen, dass der Gegenprotest dadurch kleiner ausfallen würde.

Hinzu kommt die massive Gewalt, die am vergangenen Samstag gegen Antifaschist*innen von der Polizei ausging. Die Polizei verletzte vor einer Woche 116 Antifaschist*innen. Während alles getan wurde, damit die Nazis in Ruhe aufmarschieren konnten, wurden auf Seiten der Antifaschist*innen Menschen aus ihrem Rollstühlen geworfen, Kinder bekamen Pfefferspray ab, viele erlitten Panikattacken und konnten nicht versorgt werden uvm. Die Liste könnte an der Stelle noch sehr viel weiter ausgeführt werden.

Die Vorfälle am vergangenen Samstag haben immer allzu deutlich gezeigt, dass die Polizei in Deutschland ein Problem mit Polizeigewalt und rechten Strukturen hat. Nazis werden beschützt während Antifaschist*innen brutal verprügelt werden. Diese Fälle müssen aufgeklärt werden und die Verantwortlichen zur Verantwortung gezogen werden. Dazu braucht es endlich einen demokratisch gewaehlten Aufsichtsrat, bestehend aus Vertreter*innen von Migrant*innenorganisationen, Gewerkschaften und der Bevölkerung.

Für uns ist klar, dass wir uns auch am 22. August, eine Woche nach dem letzten Aufmarsch, den Nazis in den Weg stellen werden! Denn der Faschismus ist eine Ideologie, welche sich gegen die Interessen der Arbeiter*innen richtet. Der kapitalistische Konkurrenzkampf wird mit brutalsten Mitteln fortgeführt. Durch die Propaganda von Volk und Nation sollen die wahren Konflikte in unserer Gesellschaft verschleiert werden, nämlich die Unterschiede zwischen arm und reich. Der Faschismus spaltet die Einheit der Arbeiter*innenklasse und schwächt damit unsere Stärke. Dies nützt am Ende nur den Besitzenden unserer Gesellschaft, den Kapitalist*innen, also den Chefs der großen Banken und Konzerne.

Wir sehen im Kampf gegen den Faschismus auch immer einen Kampf für soziale Verbesserungen und gegen das kapitalistische Wirtschaftssystem. Gemeinsam können wir höhere Löhne, bessere Arbeitsbedingungen und niedrigere Mieten erkämpfen. Dafür müssen wir aber die Spaltung in Nationen, Religionen, Geschlechter etc. überwinden. Wir streiten für eine Gesellschaft frei von Diskriminierung und Ausbeutung, in der alle Menschen frei leben können und gleichberechtigt an der Gesellschaft und der Produktion beteiligt sind. Für sozialistische Demokratie! Und dieser Kampf wird immer notwendiger, den der Kapitalismus steckt in einer tiefen Krise. Umweltzerstörung nimmt immer weiter zu, das Gesundheitssystem ist marode und mit der bevorstehenden Wirtschaftskrise drohen weitere Entlassungen, Massenarbeitslosigkeit und Sozialabbau. Dagegen müssen wir uns wehren und eine Alternative zu diesem System aufzeigen.

Egal ob zum Todestag von Rudolf Heß, bei Hetze gegen Migrant*innen oder beim Angriff auf unsere Lebensgrundlage: Wir werden niemals den Faschisten die Straße überlassen. Also kommt mit uns gemeinsam nach Ingelheim und stellt euch den Faschisten entschlossen entgegen!

Schliesse dich dem antifaschistischen Gegenprotest an und werde mit uns aktiv gegen Nazis, Rechten Terror und Polizeigewalt!

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