Ende letzten Jahres wurde den Auszubildenden des 4. Lehrjahres bei Adient in Rockenhausen kurz vor ihrer Abschlussprüfung mitgeteilt, dass sie trotz bestandener Prüfungen nicht vom Betrieb übernommen werden. Und nicht nur die Azubis waren von dem Stellenabbau betroffen, sondern auch ca. 200 weitere Beschäftigte, deren Verträge nicht verlängert werden sollten.
Als Antwort auf die Streichungen organisierten die Auszubildenden gemeinsam mit der IG-Metall eine Intervention während der Betriebsversammlung, bei der sie für die Übernahme und gegen den Stellenabbau protestierten, was in den lokalen sowie sozialen Medien viel Aufmerksamkeit auf sich zog.

Als Reaktion auf den Protest, der einiges an öffentlicher Solidarität bekam, wurden Seitens der Betriebsführung einige Zugeständnisse gemacht. Beispielsweise wurde den Auszubildenden im 4. Lehrjahr ein halbes Jahr Übernahme garantiert, um Zugangsvoraussetzungen für weiterführende Ausbildungen zu erfüllen. Außerdem wurden von 39 befristeten Verträgen 9 entfristet, die restlichen werden bei Vertragsablauf weiterbefristet.

Diese Zugeständnisse waren zwar ein erster Erfolg, reichten aber dennoch nicht aus.

Nun kommt es zu einer „nachhaltigen Restrukturierung“ des Unternehmens, um der Rückläufigen Auftragslage entgegenzuwirken. Diese sei auch schon vor Corona unvermeidbar gewesen, jedoch verschärft die Pandemie die Lage weshalb mit der „Restrukturierung“ nichtmehr gewartet werden kann. „Restrukturierung“ bedeutet im Fall von Adient übrigens die Entlassung von 320 Arbeitenden bis Mitte 2022. Diese verlieren während der wohl größten Wirtschaftskrise seit 1929 ihren Job. Die Bosse bei Adient spielen wieder mit den Existenzen von Hunderten Angestellten nachdem sie sich jahrelang die Taschen vollgestopft haben!

Doch wir zahlen nicht für eure Krise!

Nicht die Arbeiter*innen und Auszubildenden sind Schuld an der Krise und auch ohne Corona wäre es früher oder später dazu gekommen, die Zeichen deuteten schon 2019 darauf hin. Durch die Marktmechanismen des Kapitalismus sind solche Krisen, wie auch schon 2008, vorprogrammiert. Doch die dadurch entstehenden Verluste werden nicht wie die Gewinne der Unternehmen durch die Bosse monopolisiert, sondern auf Kosten der Belegschaft sozialisiert, d.h. sie Leiden durch beispielsweise Stellenstreichungen während der Krise, bekommen aber während Wirtschaftsbooms und den dadurch eingefahrenen Gewinnen, kaum bis kein Anteil am erwirtschafteten Profit.

Um diese und weitere Krisen, inklusive ihrer Folgen wie Armut und Existenzängste, zu verhindern, benötigt es einen radikalen Systemwandel! Solange der durch den Kapitalismus auferlegte Profitzwang und die damit einhergehende Ausbeutung von Menschen und der Umwelt existiert, werden wir keine Verbesserungen für uns erreichen können. Die einzigen die von der jetzigen Situation Profitieren sind die Chefs der großen Banken und Konzerne sowie deren Aktionäre.
Nur eine demokratisch geplante Wirtschaft, welche sich an den Interessen und den Bedürfnissen der Menschen und Umwelt orientiert, kann die Grundlage für eine zukunftsfähige Gesellschaft sein, in der wir alle ein gutes Leben führen können – befreit von Unterdrückung und Ausbeutung!

Deshalb fordern wir als linksjugend [´solid] Kaiserslautern:

▶ Garantierte Arbeitsplatzsicherung während der Krise!
▶ Garantierte und unbefristete Übernahme für Auszubildende und 1400€ Mindestausbildungsvergütung!
▶ 13 Euro Mindestlohn, ohne Ausnahme – gegen Armut und Existenzängste!
▶ Arbeitszeitverkürzungen auf 30 Stunden für ALLE – bei vollem Lohn und Personalausgleich!
▶ Tarifpflicht für alle Unternehmen! Schluss mit der Tarifflucht!
▶ Schluss mit Leiharbeit und befristeten Verträgen – für eine sichere Zukunft!
▶ Produktion demokratisch planen!
▶ Verstaatlichung der 150 größten Unternehmen in Deutschland und Überführung in demokratische Hand, unter der Kontrolle und Verwaltung durch die Arbeiter*innen und Bevölkerung!

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