08. März – an diesem Tag wird weltweit der internationale feministische Kampftag begangen.

Erstmals im Jahr 1911 von sozialistischen Organisationen mit der Forderung nach Gleichberechtigung und vor allem dem Wahlrecht für Frauen initiiert, finden seither jedes Jahr an diesem Tag Streiks, Demonstrationen und andere Aktionen statt, um Aufmerksamkeit auf die Situation der Frauen zu lenken und gegen die Ungleichheit und Diskriminierung zu kämpfen.

Zwar hören wir tagtäglich, dass Gleichberechtigung zwischen Männern und Frauen herrscht, tatsächlich überwiegen jedoch nach wie vor die Nachteile der Frauen in allen Bereichen.
Frauen werden in den meisten Berufen schlechter bezahlt, haben geringere Aufstiegschancen und werden zum Teil gar nicht erst eingestellt. Daneben werden Gelder für Einrichtungen wie Frauenhäuser gestrichen und Unterstützungsformen wie Kinderbetreuungsangebote sowie Stellen im öffentlichen Dienst gekürzt, wovon zu einem großen Teil Frauen betroffen sind; auch zu niedrige Sozialleistungen sind Teil des Problems, denn fast die Hälfte aller Alleinerziehenden ist auf diese angewiesen.

Sexistische Werbung und Darstellungen unerreichbarer Frauenideale dominieren die Medien, der weibliche Körper wird als Ware betrachtet und behandelt. Doch auch außerhalb der Medien wird die Frau häufig auf ihren Körper reduziert und in das gesellschaftlich festgefahrene Rollenbild der Hausfrau gedrängt, ist mit erschreckender Normalität Belästigungen und Übergriffen ausgesetzt – für die ihr von der Gesellschaft dann auch noch die Schuld zugeschoben wird.

Gerade in der aktuellen Situation zeigt sich, dass die lange geforderte Gleichberechtigung noch lange nicht erreicht ist: zu einem sehr großen Teil tragen Frauen in systemrelevanten Berufen die Krise, doch die Bezahlung ist nach wie vor deutlich schlechter, Kürzungen sind an der Tagesordnung. 2020 stieg die Gesamtzahl an häuslicher Gewalt um 9% auf 5.397 dokumentierte Fälle.
Im kapitalistischen System sind Frauen einer Doppelbelastung ausgesetzt. Neben der Ausbeutung durch Lohnarbeit sollen sie auch kostenlose Haus- und Erziehungsarbeit verrichten. Diese Reproduktionsarbeit brauchen die Kapitalist*innen, damit ihre Produktion von Profiten weiter funktioniert, ohne dafür Kosten tragen zu müssen.

Der Kampf für die Gleichstellung der Geschlechter ist daher auch immer ein Kampf gegen das kapitalistische System. Nur in einer sozialistischen Gesellschaft, in der die Produktion gemeinschaftlich, demokratisch geplant wird und auch Haus- und Erziehungsarbeit vergesellschaftet ist, kann dies gelingen. Um dies zu erreichen müssen wir aber auch für jede Verbesserung im Hier und Jetzt kämpfen und Sexismus zurückdrängen. Das geht am besten durch den gemeinsamen Kampf von allen Geschlechtern für höhere Löhne, bessere Arbeitsbedingungen, kürzere Arbeitszeiten und Investitionen in den öffentlichen Raum, für ausreichend bezahlbaren Wohnraum und Ausfinanzierung von Frauenhäusern etc. Dafür brauch es auch Proteste von Gewerkschaften, als Massenorganisationen der Arbeiter*innen, DIE LINKE und sozialen Initiativen.

Deshalb setzen wir uns als linksjugend [’solid] Rheinland-Pfalz auch außerhalb des Frauenkampftages für den Feminismus und Chancengleichheit ein.
Wir fordern gleiche Löhne für gleichwertige Arbeit, eine Aufwertung und Lohnerhöhungen in von Frauen dominierten Berufen wie der Pflege. Mindestlohn von 13€ ohne Ausnahmen als ersten Schritt zu 15€.
Sanktionsfreie Mindestsicherung von mindestens 1.200€ statt Hartz 4.
Investitionen im Bereich der Sozialleistungen, für mehr bezahlbaren öffentlichen Wohnraum, Frauenhäuser und Beratungsstellen, um Unabhängigkeit und besseren Schutz zu ermöglichen.
Kostenlose und wohnortsnahe Kinderbetreuung vom 1. Bis 13. Lebensjahr.
Wir fordern den längst überfälligen Schlussstrich unter der Objektifizierung des weiblichen Körpers, ein Wegdenken von festgelegten Rollenbildern, sexistischen Vorurteilen und LGBTQ*-Feindlichkeit.
Aktiv für gleiche und höhere Löhne, gegen Unterdrückung und Sexismus, für die Akzeptanz aller Sexualitäten und Lebensstile – am 8. März und jeden Tag.

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