Reallöhne und Inflation: Alles wird teurer, aber der Lohn bleibt gleich
In den Jahren von 2007-2019 stieg der Reallohn durchschnittlich um 2-3% im Jahr. Doch gerade in den letzten Monaten des letzten Jahres änderte sich dies drastisch. Der Verbraucherpreisindex, in dem die Preissteigerungen verschiedener Güter zusammengefasst sind, stieg um 3,9%, während die Lohnsteigerung ebenfalls so viel betrugen. Heißt: 0,0% mehr für Arbeitnehmer:innen. Nach fast 2 Jahren Pandemie haben Arbeitnehmer:innen also trotz teilweise höherer Belastungen im Job nicht mehr Geld in der Tasche. Die Lohnsteigerung, bzw. der Nominallohn, orientiert sich an den Durchschnittslöhnen verschiedener Branchen. Eine Steigerung entsteht oft nach Tariferhöhungen in der jeweiligen Branche. Da aber in Westdeutschland nur 46% und in Ostdeutschland sogar nur 36% der Arbeitnehmer:innen in tarifgebundenen Unternehmen arbeiten, haben viele von der Steigerung nichts. Hinzu kommt, dass im letzten Jahr viele Menschen, die am Anfang der Pandemie ihren Job verloren haben oder ins Kurzarbeitergeld fielen, jetzt wieder einen Job haben. Sprich: die Löhne stiegen nicht, es gibt nur mehr Menschen, die einen Job haben.

Auf den Nominallohn wird der Verbraucherpreisindex angerechnet. Da zurzeit durch die Inflation in fast allen Bereichen Steigerungen zu sehen sind, vor allem bei den Energiepreisen, bleibt den Beschäftigten deutlich weniger. Bei der derzeitigen Inflation von 5,2% kann man von einem Nettolohn von 1.500€ nur noch ca. 1.425€ ausgeben, da die restlichen 75€ von den Preissteigerungen aufgefressen werden.
Dabei lassen vor allem die letzten Tariferhöhungen zu wünschen übrig. Bei den Verhandlungen des TV-L gab es eine Erhöhung um 2,8% – was nicht einmal die Inflation, zu dem Zeitpunkt ca. 3,2%, auffing.

Hinsichtlich der Tarifauseinandersetzungen, die in den nächsten Monaten stattfinden, fordern wir:
• Gewerkschaften in die Offensive! Statt mit den Bossen kuscheln, für echte Verbesserungen kämpfen!
• Tarifverträge für alle Beschäftigten!
• Sofortige Anhebung des Mindestlohns auf mindestens 13€!
• Sofortige Anhebung des Hartz-IV-Regelsätze auf 750€ plus Warmmiete!
• Enteignung der Energie- und Großkonzerne und Überführung in öffentliches Eigentum unter demokratischer Kontrolle und Verwaltung!

Eine Idee zu “Alles wird teurer, aber der Lohn bleibt gleich

  1. Hannes Bückler sagt:

    …. das geht nicht:
    • Sofortige Anhebung der Grundsicherungs-Regelsätze auf 750€ plus Warmmiete!
    >Soviel verdienen viele Menschen gar nicht welche arbeiten gehen.
    Die unsozialen Grünroten Energieverteuerer müssen ersatzlos verschwinden – Dafür ist die Bundesregierung zuständig.

    • Enteignung der Energie- und Großkonzerne und Überführung in öffentliches Eigentum unter demokratischer Kontrolle und Verwaltung!
    >das bringt gar nichts. Die klugen Köpfe gehen dann ins Ausland, und die Unternehmen gehen in die Insolvenz. Schauen sie bitte nach Venezuela oder Cuba.

    Grüße

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